Netresearch fand dabei heraus, dass die Behörden sich durchaus der Relevanz von behindertengerechtem und barrierefreiem Internet bewusst sind, die Umsetzung jedoch vielerorts erst in der Planung steckt.
Im Rahmen einer dreiwöchigen Telefonbefragung unter Mitteldeutschlands Behörden ermittelte die Agentur, ob und wie sich die Städte und Landkreise, entsprechend dem Behindertengleichstellungsgesetz von 2002, bereits mit dem Thema der Barrierefreiheit von Internetseiten auseinander gesetzt haben.
Alle Bundesbehörden werden vom Gesetzgeber zu einer barrierefreien Gestaltung ihrer Internetseiten verpflichtet. Ob dieses Gesetz auch in den Landkreisen und Gemeinden ein Thema ist, sollte im Rahmen der durchgeführten Studie untersucht werden.
Dabei stellte sich heraus, dass sich zwar 86 % der befragten Städte und Kreise in der Vergangenheit schon mit dem Thema „Barrierefreiheit“ beschäftigt haben, aber noch bei über der Hälfte der Behörden weiterer Informations- und Aufklärungsbedarf besteht.
Im Dienste der Öffentlichkeit will man jedoch besonders in Zukunft darauf acht geben, behinderten und körperlich eingeschränkten Menschen die Internetnutzung zu erleichtern. So planen nahezu 46,5 % der Befragten in Zukunft eine barrierefreie Version ihrer Internetseite anzubieten, etwa 7,0 % der Teilnehmer sind sich noch unsicher und bei 25,5 % ist eine solche bereits vorhanden.
Zunehmend wird auch erkannt, daß Content Management Systeme, also Systeme zur Erstellung und Pflege von Internetseiten, für eine effektive Öffentlichkeitsarbeit unverzichtbar sind. Sie verringern nicht nur den Kosten- und Zeitaufwand für die Pflege des Internetauftrittes, steigern Übersichtlichkeit und Benutzerfreundlichkeit der Seiten, sondern helfen auch, barrierefreie Internetseiten besonders leicht zu erstellen.
So nutzen mittlerweile 56 % der Befragten solche Systeme für die Pflege ihrer Webseite, bei über 78 % der Behörden ohne CMS, ist ein Einsatz bereits geplant.
Der Hauptgrund für eine mangelnde Umstellung wird seitens der Befragten vor allem in fehlenden finanziellen Mitteln gesehen.
Fest steht, dass barrierefreie Internetseiten auch im Bereich der Kreise und Gemeinden in Zukunft eine immer größere Rolle spielen werden. Auch wenn vielerorts noch Aufklärungs- und Nachholbedarf besteht, so werden es doch vor allem die 10 % körperlich eingeschränkten Menschen zu schätzen wissen. Nicht nur ihnen werden neue Integrationsmöglichkeiten eröffnet, sondern jedem Bürger wird der Zugriff auf Informationen erleichtert. Und ein leichter barrierefreier Zugang zu Informationen wird künftig für Bürgernähe und -freundlichkeit entscheidend sein.
Die Pressemitteilung zur Befragung und zugehörige Diagramme können Sie als .pdf auf Anfrage downloaden.
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