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agiLE | Barcamp 2016

agiLE Barcamp 2016

Am Samstag waren Doreen Max und ich beim agiLE Barcamp zu Gast. Dabei ging es um Vorträge, Workshops und Diskussionen zu den Themen Agile, Lean, Scrum, Kanban und Co.

10:00 Eröffnung und Sessionplanung

Für die Sessionplanung wurde schon die erste agile Methode herangezogen. Es gab keinen festen Sessionplan, wie man dies vielleicht von anderen Verantstaltungen kennt, sondern jeder Teilnehmer hatte die Möglichkeit, sein Thema zur Abstimmung vorzustellen.

Somit bekam jeder zwei Minuten Zeit etwas zu sich, seinem Thema und der gewünschten Sessionform (Diskussion, Vortrag, etc.) zu sagen. Danach wurde durch die Teilnehmer per Handzeichen abgestimmt und je nach Resonanz der Vortragsraum/area und Zeitslot festgelegt.

11:00 "Ubongo Flow Game"

Wir haben uns das Ubongo Flow Game angeschaut. Hierbei ging es darum, spielerisch die Unterschiede zwischen Wasserfall-, Kanban- und Scrummodel aufzuzeigen.

Dies ist meiner Meinung nach sehr gut gelungen. Zuerst wurden die Teilnehmer am Spiel bestimmt. Es gab Auftraggeber, Analysten, Lieferanten, Produzenten, QA und Manager - also die gesamte Produktionskette.

Es gab dann 3 x 5 Minuten Sessions, in denen das Team Zeit hatte, sechs Aufträge, welche der Auftraggeber produziert haben wollte, zu bearbeiten. Zuerst im Wasserfallmodel: dabei wurde deutlich, dass der Lieferant erst anfangen konnte, wenn der Analyst alle sechs Aufträge analysiert und die richtigen Karten herausgesucht hatte. Da er dies aber in der Zeit nicht geschafft hatte, standen alle bis auf den Analysten die ganze Zeit rum und das Ergebnis war 0 erledigte Aufträge.

In der zweiten Runde wurde dann Kanban als Ablaufmodel genutzt. Hier lief die Sache schon runder, da gleich nach dem ersten analysierten Auftrag der Lieferant an die Reihe kam. Diesmal kamen sogar zwei Aufträge bis in die QA. Allerdings gab dort massive Qualitätsprobleme, sodass diese beiden Aufträge wieder zurück mussten. Schlussendlich ist auch diesmal kein Auftrag in der Zeit geschafft worden.

In der letzten Runde wurde das SCRUM Prinzip genutzt, hier haben sich alle Teile der Produktionskette um alle Aufgaben gekümmert. Das sah als Zuschauer super aus, alle hatten was zu tun und haben im Team zusammengearbeitet. Im Ergebnis führte dies dazu, dass die Fehler zeitig erkannt wurden und somit diesmal zwei Aufträge geschafft wurden. Yeah!

12:00 SCRUM Boards und "Effectuation"

SCRUM Boards
Ich bin in die Session zu den SCRUM Boards gegangen. Hier hat uns Thomas Scholz als Themengeber zuerst sein Board gezeigt. Danach waren wir an der Reihe und haben alle unsere Boards an die Wand auf selbstklebende Folie gemalt. Im Anschluss hatte jeder ein paar Minuten Zeit, dies den Anderen vorzustellen und Fragen zu beantworten. Dabei hatte ich das Gefühl, dass wir im SCRUM Prozess auf dem richtigen Weg sind. Wir haben bei Netresearch zu dem Sprintboard noch ein Pre- und Postboard, wo wir die Fälle vor dem Sprint (Schätzungen und Freigaben) und nach dem Sprint (KundenQA und Deployment) abarbeiten. Dies fanden die anderen Teilnehmer sehr positiv.

Neben uns beiden von Netresearch haben wir zusätzlich einen Projektmanager auf Kundenseite mit zum Barcamp genommen. Für ihn war es sehr interessant zu sehen, wie denn der SCRUM Ablauf in einer Agentur funktioniert und wann er wie in den Prozess eingebunden ist. Ihm wurde nun klar, warum es "so lange" dauert, wenn es Änderungen gibt - (Der Prozess muss nochmal durchlaufen werden).

"Effectuation"
Doreen war beim Vortrag zu "Effectuation". Effectuation ist ein Haltungsprinzip für das Treffen von Entscheidungen unter Ungewissheit. Menschen, die bereits mehrfach ein Unternehmen gegründet haben, wurden gefragt, wie sie in Situationen handeln und entscheiden, in denen die Handlungsoptionen zwar klar sind, aber die Folgen der Entscheidung von Rahmenbedingungen abhängen, deren Eintreten sich nicht vorhersagen lässt. Dabei zeigte sich, dass diese Menschen nach bestimmten Prinzipien handeln und entscheiden, die sich von Entscheidungen aufgrund kausaler Logik unterscheiden. Interessant war dabei, dass Heiko Bartlog, der Vortragende, Effectuation und SCRUM verglichen hat. Hintergrund war die Fragestellung, ob Effectuation und SCRUM vereinbar sind und der Effectuation Ansatz ein Haltungsprinzip für die Zusammenarbeit und Entscheidungsfindung in agilen Unternehmen sein könnte.

14:00 - "Mit dynamischen Team-Setups Komplexität begegnen"

SCRUM Teams sollen möglichst feste Teams sein, u.a. weil gut eingespielte Teams besser performen bzw. die Metriken (wie z.B. die velocity) über die Zeit vergleichbar sind. Mit dynamischen Teams kann man hingegen flexibler auf Kundenanforderungen und Projekterfordernisse reagieren und eventuell auch die Arbeit für die Beteiligten interessanter gestalten.

Das Für und Wider dynamischer Teams war Inhalt dieser Diskussion unter Leitung von Sebastian Radics von idealo, der in seinem Unternehmen aktuell mit dynamischen Teams im agilen Umfeld experimentiert. Hier auch der Link zu seinem sehr interessanten und inspirierenden Blog zum Thema "Agile Entwicklung".

15:00 "Wie bringe ich ein Team über die Storming- hin zur Leistungsphase?"

Der Vortrag von Conrad Giller stellte für Doreen Max eine interessante Wiederholung zu Themen wie Teamentwicklungsphasen nach Tuckman, Teamrollen nach Belbin und Führungsstile dar. Es war schon erstaunlich diese Themen auf einem Barcamp zum Thema "Agile" zu treffen. Aber die Verbindung lag natürlich nahe, denn auch SCRUM Teams entwickeln sich und folgen dabei gewissen Gesetzmäßigkeiten.

17:00 "Visualisierungstechniken"

Ich frage mich manchmal, warum manche Leute so tolle Flip Chart oder White Board Visualisierungen hinbekommen und ob die alle wahnsinniges Talent haben. In der Session habe ich mitbekommen, dass viel Technik und Methode dahinter steckt, die man lernen kann. Den Anfang haben wir in dieser Session gemacht.

Hier links das Ziel, und rechts die Mitschrift und erste eigene Versuche.

 

 

 

 

 

 

 

 

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  1. Alexander Gerber at 29.09.2016
    Dank Euch für diesen Artikel.

    Für mich als "Host" vom UFG ist es sehr interessant, die Session aus Publikums-Perspektive beschrieben zu bekommen.
    Schließlich ist die Sicht des Kunden (hier Publikum und Mitspieler) das, was am Ende zählt.

    Hier eine Beschreibung des Barcamps aus meiner Sicht:
    https://commodusdotbiz.wordpress.com/2016/09/25/agileipzig-barcamp-2016/