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Mission Female Commerce - Wie wollen Frauen online shoppen?

  Annemarie     Feb 18, 2013

Einige Studien belegen, dass die Umsatzpotenziale im Online-Handel bei der weiblichen Kundschaft noch lange nicht ausgeschöpft werden, da viele Shops für Frauen wenig attraktiv gestaltet sind. Doch was fehlt der weiblichen Kundschaft beim Online-Shopping?

Laut der jährlichen Studie des Bundesverbandes des Deutschen Versandhandels haben Frauen in 2012 nur 42% zum Umsatz im Online-Handel beigetragen, statt der im Versandhandel üblichen 67%. Im Vergleich zu 2010 und 2011 ist der Umsatzanteil sogar rückläufig. Die Problematik, was Frauen beim Online-Shopping wichtig ist, befasst daher immer mehr Shopbetreiber und Experten.

In der Studie „kauFRAUsch“, die im Oktober dieses Jahres erschien, wurde der Unterschied von männlichen und weiblichen Käufern untersucht. Beim online shoppen schätzen Frauen besonders das zeitlich unabhängige einkaufen und das bequeme Shoppen vorm heimischen PC. Allerdings sind sie in Bezug auf Qualität, Service, Usability und Preis anspruchsvoller als Männer. Die Mühe, Frauen beim Online-Shopping für sich zu gewinnen, lohnt sich jedoch: Erfüllt man die hohen Anforderungen der weiblichen Shopper sind diese um einiges loyaler als die männlichen Kunden, kaufen öfter auch für ihr Umfeld ein und agieren als Multiplikatoren, in dem sie ihrem Freundeskreis von ihren Erfahrungen berichten. Diese Studienergebnisse kann ich selbst auch bestätigen.

Doch wie gestaltet man seinen Shop für Frauen attraktiver? Die Experten der „kauFRAUsch“ Studie raten in die Investition von Begeisterungsfaktoren wie z.B. einen virtuellen Verkaufsraum. Dem kann ich voll zustimmen. Im Folgenden möchte ich einen Einblick geben, welche Funktionen ich beim Online-Shopping im Fashionbereich schätze und was ich aktuell noch vermisse.

Basis-Funktionen

  • Die Benachrichtigungs-Funktion: „Schreiben Sie mir, wenn meine Größe verfügbar ist“ (z.B. Zalando) sollte es meiner Meinung nach in jedem guten Shop geben.
  • Man sollte mindestens auf einem Bild erkennen, wie der Artikel getragen aussieht. Was nützen mir sieben Fotos von einem Schuh von allen Seiten (z.B. mirapodo), wenn ich nicht sehen kann wie er am Fuß aussieht? Görtz verschafft hier mit wenigen Bildern einen deutlich besseren Eindruck.
  • Bei einem Online-Händler mit stationären Einzelhandelsgeschäften in meiner Nähe sollte auf jeden Fall die Funktion vorhanden sein, die Verfügbarkeit in der nächsten Filiale zu prüfen (z.B. Esprit).
  • Kundenrezessionen und Größeninformationen dürfen natürlich auch nicht fehlen, aber dies gehört ja inzwischen schon fast zum Standard jedes guten Shops.

Das sind erst einmal die Basics, aber wirklich begeistern kann man die meisten weiblichen Shopper damit noch nicht. Was den Frauen beim Online-Shopping sicher am meisten fehlt, ist die Inspiration für neue Produkte. Beim „Offline-Shopping“ entdeckt man als Frau meistens Produkte die sich perfekt in den Kleiderschrank einfügen, nach denen man online aber vielleicht nicht gesucht hätte. Online-Händler sollten also auch Inspiration (Shopping-Ideen) geben:

    • Durch regelmäßige Newsletter mit den neusten Trends und Produkten (z.B. Esprit)
    • Mit Hilfe einer virtuellen Kleiderpuppe, an der man verschiedene Kleidungsstücke individuell kombinieren kann (z.B. Zero)
    • Einen virtuellen Katalog, der verschiedene Outfits darstellt und man die einzelnen Bestandteile anklicken und in den Warenkorb legen kann (z.B. NEXT UK)

 

Darüber hinaus sind auch neue und innovative Konzepte nötig. Als Esprit Stammkunde würde ich mir zum Beispiel Empfehlungen auf Basis meiner bereits erworbenen Produkte wünschen, um neue Outfits zu generieren.

Kleiderschrankapps (wie z.B. Stylebook) haben ebenfalls großes Potenzial. Aktuell bietet Stylebook eher praktische Features zur Verwaltung des eigenen Kleiderschranks und zur Speicherung eigener Outfits. Austausch innerhalb einer Community oder via Facebook ist jedoch noch nicht vorgesehen - die Inspiration bleibt auf der Strecke.

Ein ähnliches Konzept gibt es bereits mit Stylefruits, ein Community-Portal bei dem man mehrere Artikel zu einem Outfit zusammenstellen kann. Ich selbst hole mir dort inzwischen die Inspiration bzw. Shopping-Ideen, die ich bei den Online-Shops nicht finde.

Auch das Tablet als “Second Screen” bietet viel Potenzial. Parallel zu bestimmten Fernsehformaten wie z.B. Shopping Queen, Germany next Topmodel, Exklusiv oder auch beliebter Fernsehserien wie Gossip Girl oder Sex and the City könnte Frau auf dem Tablet ganz einfach erfahren welches Kleidungstück die Kandidaten, Moderatorin oder Serienfigur gerade trägt und wo man dieses Produkt oder einen ähnlichen Style käuflich erwerben kann. Das dies auch außerhalb des Fashionsbereich funktionieren kann, zeigte die Erfolgsstory der bugaboo Kinderwagen, nach dem dieser in einer kurzen Szene zusammen mit der Serienfigur Miranda in Sex and the City zu sehen war.

Ich bin gespannt was sich die Shopbetreiber in Zukunft noch einfallen lassen, um dem weiblichen Geschlecht das Online-Shopping zu versüßen und freue mich auf baldige neue Funktionen zum ausprobieren.

Weitere Blogbeiträge zum Thema Female Commerce und neuen Lösungskonzepten sind geplant. Über einen Gedankenaustausch per E-Mail oder in den Kommentaren würde ich mich freuen.

Tags  E-Commerce female commerce Neuigkeiten

Annemarie

Von Annemarie

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