Akeneo - ein Überblick zu Funktionsweise und Features des PIM-Systems

Produktdaten sind das wichtigste Gut eines Händlers - sei es für den Online-Shop oder einen Print-Katalog. Um die Fülle an Daten zu verwalten sind PIM-Systeme nützliche Tools, vor allem für Firmen mit sehr vielen Produkten, Lieferanten und globaler Ausrichtung. Im letzten Beitrag haben wir die PIM-Lösung Akeneo vorgestellt. Heute wollen wir die Features etwas genauer unter die Lupe nehmen.

Seit Januar 2014 ist die vierte Beta-Version „Akeneo 1.0.0-Beta4“ der Open Source PIM-Software online erhältlich. Sie steht frei als Download zur Verfügung und kann vorab in einer Online-Demo getestet werden. Mit der Veröffentlichung wurde auch eine Reihe an neuen Funktionen bereitgestellt, die wir im Folgenden genauer betrachten wollen.

Das Prinzip – Daten sammeln (collect), anreichern (enrich) und verteilen (spread)

Die Funktionsweise eines PIM-Systems (Product Information Management) besteht darin, Daten aus verschiedenen Quellen zu extrahieren und zu sammeln. Die gewonnene Datenbasis wird dann mit Informationen angereichert, vervollständigt und schließlich über verschiedene Kanäle wieder ausgegeben.

Datenherkunft

Informationen zu einzelnen Produkten können einen ganz unterschiedlichen Ursprung haben. Sie liegen beispielsweise als Daten im Shopsystem, in Excel-Listen oder werden direkt von den Lieferanten zur Verfügung gestellt. Bei der Informationsdichte kann man schnell den Überblick verlieren - erst recht, wenn viele Mitarbeiter an der Pflege dieser Daten beteiligt sind und Produkte auch in unterschiedlichen Sprachen verwaltet werden müssen.

Mit Akeneo werden all diese Daten über eine Import Engine in das PIM-System überführt und dort zentral gesammelt. Die Anbindung erfolgt über CSV- sowie Excel-Dateien oder Schnittstellen zu den jeweiligen Systemen. Eine Historie zeigt alle Importvorgänge an, wobei auch zeitgesteuerte Importe möglich sind. Zuordnen der Datenbestände ist ebenfalls einfach.

Datenerweiterung

Der vorhandene Datenbestand kann nun durch die einzelnen Mitarbeiter bearbeitet werden. Ein rollenbasiertes Zugriffsmanagement hilft bei der Rechtevergabe für unterschiedliche Nutzer.

Die Schlüsselfunktionen des Produktmanagements im Überblick:

  • Konfigurierbare Produkt-Ansichten
  • Individuelle Klassifikation mit mehreren Kategorien
  • Übersicht zu Produkt-Varianten
  • Historie der Änderungen von Produkten und Kategorien
  • Pflege von Produkten in mehreren Sprachen (siehe Bild 1)
  • Daten werden in UTF-8 gespeichert (unterstützt somit auch Sprachen wie Japanisch, Chinesisch, Russisch, Arabisch, ...)
  • Übersetzer-Modus für direkte Pflege der sprachspezifischen Produktangaben aus dem Backend

 

Bild 1: Beispiel für Pflege von Produkten in mehreren Sprachen

Bei der Datenpflege in Akeneo ist es kein Problem, mit unvollständigen Produktdaten zu arbeiten. Natürlich sollten niemals unvollständige Produkte in die entsprechenden Verkaufskanäle exportiert werden.

Ungenaue Daten sind eine häufige Ursache für eine geringe Conversion-Rate und steigende Retourenkosten. Deshalb hat Akeneo eine Qualitätskontrolle für die Daten entwickelt. Damit kann sehr genau definiert werden, welche Attribute mindestens erforderlich sind, um ein Produkt als vollständig zu betrachten. Hier kann es Unterschiede je nach Produktfamilie (TV, Buch, etc.), Land oder Verkaufskanal (Online-Shop oder Print) geben (siehe Bild 2).

Bild 2: Festlegung der Attribute für ein vollständiges Produkt

Eine Übersicht zeigt schließlich die Vollständigkeit des Datenbestandes (siehe Bild 3).

Bild 3: Übersicht zur Vollständigkeit nach Land und Kanal

Datenverteilung

Sind die Daten für ein Produkt vollständig, können die Informationen an die jeweiligen Vertriebskanäle ausgegeben werden. Das kann eine Website sein, eine mobile Applikation, ein Print-Katalog, ein Marktplatz oder vieles mehr.

In Akeneo kann man diese sogenannten Channels individuell festlegen und definieren (Länderkennung, Währung, Kategorien, etc.).

Über die Export Engine erfolgt schließlich die Ausgabe der Daten in die unterschiedlichen Kanäle. Dies kann zeitlich gesteuert erfolgen und auch nur partiell für Produkte, die seit dem letzten Export aktualisiert wurden. Eine Historie gibt einen Überblick zu allen Datentransfers. Über Schnittstellen kann Akeneo direkt mit anderen Systemen, wie beispielsweise Magento, kommunizieren. Der Export in CSV-Dateien ist ebenfalls möglich.

Fazit

Die Datenpflege ist vor allem für die Multi-Channel-Strategie eines Unternehmens von enormer Bedeutung, denn der Vertrieb über diverse Kanäle erfordert viele unterschiedliche Produktinformationen. Diese lassen sich mit einem PIM-System wesentlich einfacher verwalten. Bei der rasanten technologischen Entwicklung werden auch zukünftig weitere Kanäle hinzukommen, es lohnt also, frühzeitig darüber nachzudenken, wie man das eigene Produktportfolio managen möchte. Akeneo ist für diesen Zweck genau das richtige Werkzeug.

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  1. Danny am 19.08.2019
    Quite an interesting article) I think it would be useful to supplement it with a comparison of Akeneo with other systems. I can recommend here this article, where Akeneo is compared with Pimcore and TreoPIM : https://treolabs.com/journal/treopim-pimcore-akeneo-open-source-pim-systems-in-comparison . There is also a detailed table comparing their characteristics.