Review MageUnconference 2019

In diesem Jahr fand bereits die 5. MageUnconference des Firegento e.V. statt und auch wir machten uns wieder auf den Weg nach Köln, um andere Magento-Enthusiasten zu treffen.

Los ging es bereits am Freitagabend zur Preparty. Neben der interessanten Location im Kulturzentrum "Alte Feuerwache" gab es leckeres Vegi-Chilli zu essen. Wir wurden wie immer herzlich begrüßt und konnten bereits vor der eigentlichen Veranstaltung langjährige Freunde treffen, neue Kontakte knüpfen und über aktuelle Herausforderungen, Probleme, Denkweisen und Lösungen diskutieren, welche wir bei der Steuerung und Entwicklung unserer Kundenprojekte bei Netresearch nutzen können.

Nach einer etwas zu kurzen Nacht startete die eigentliche Konferenz am Samstagmorgen um 9:00 Uhr. Die Themen wurden gesammelt und das für die Unconference im Barcamp-Stil typische Voting ging los. Somit hatten wir schnell für ganze zwei Tagen viele interessante Beiträge zusammen, hörten den Vorträgen aufmerksam zu, konnten Fragen stellen und aktiv mitdiskutieren. Auf drei der insgesamt über 30 Sessions, möchten wir hier kurz näher eingehen.

Magento 1, Magento 2 und Shopware als berechtigte Alternative

Offene Diskussionsrunde von/ mit Rico Neitzel (Büro 71a), Jisse Reitsma (yireo) und Carmen Bremen (neoshops.de)

Shopware bei einer Magento-Community-Veranstaltung? Ja, tatsächlich - ist ja schließlich eine UnConference! Nicht nur wir als Netresearch haben uns Shopware und insbesondere Shopware 6 als mögliche Magento-Alternative näher angesehen, sondern auch einige andere eingefleischte Magento-Entwickler. So wie z.B. Rico Neitzel & Carmen Bremen, Mitglieder des OrgaTeams der MageUnconference und Magento-Evangelisten der 1. Stunde, die gemeinsam mit Jisse Reitsma in dieser Session ihre Erkenntnisse und Erfahrungen im neuen Shopware 6 System mit uns teilten.

Die Gründe für das allseitige Engagement rund um Shopware sind vielfältig. Neben der grundlegenden technischen Neugier rund um E-Commerce-Shopsysteme am Markt ist dies aber auch aus einer Verantwortung in der aufrichtigen Beratung gegenüber unserer Kunden zu begründen. Der Einsatz von Magento 2 ist hier nicht in allen Fällen eine logische Konsequenz und Antwort auf die Anforderungen unserer Kunden. Nicht zuletzt spielt auch eine gewisse Unsicherheit über die künftige Ausrichtung von Magento im Open-Source- und Enterprise-Segment unter dem neuen Eigentümer Adobe eine Rolle.

Shopware 6 selbst überzeugt zudem mit einem neuen technologischem "API first" Ansatz und einer initial tollen Entwickler-Erfahrung bei der Implementierung durch einen konsquenten, einfachen und verständliche Aufbau der Software. Auch die aktuell angebotenen Produktvarianten und Preise von Shopware sowie der aufgezeigte Pfad für eine zukünftige Migration von Shopware 5.6 (und älteren) Systemen auf das künftigen Shopware 6 sind eine ernsthafte Überlegung für den Einsatz dieser Lösung wert.

Da Adobe mit Magento 2 seinen Fokus aktuell eher auf sehr große Unternehmen ausgerichtet hat, wird das Feld rund um KMU in Europa zunehmend für Wettbewerber frei. Die große Frage ist nur, ob Shopware seine ehrgeizige Roadmap in der Produktentwicklung einhalten kann und die step-by-step hinzukommenen Features und komplexeren Prozesse die Performance des Systems nicht negativ beeinträchtigen werden, wie es häufig bei Magento 2 der Fall ist. Die Erfahrungen des Unternehmens aus Schöppingen spricht dafür, dieser Aufgabe gewachsen zu sein. Alles was wir bis dato als Netresearch rund um Shopware 6 gesehen haben, ist vielversprechend. Auch, dass beiden Shopware Geschäftsführer, Sebastian und Stefan Hamann, vor Ort bei der MageUnconference in Köln waren, zeigt deren Interesse und großes Engagement. Respekt dafür!

Netresearch wird für Kundenprojekte je nach Anforderung und Eignung sowohl Magento 2 als auch Shopware 6 Lösungen anbieten können. Wir sind gespannt auf die weitere Entwicklung.

Require Management

"How to know, what I want, before I'm able to see it"

mit Brent Peterson (Chief Magento Evangelist bei Wagento), Anton Boritskiy (CTO bei Sitewards) und Lara (Projektmanagement bei e3N)

In diesem Talk ging es um ein in der agilen Projektarbeit sehr wichtiges und oft kritisches Thema von Product Ownern (PO). Die Kernfrage war: "Welche Fragen muss ich meinem Kunden stellen, um dessen Problem richtig zu verstehen und es meinem Team zu ermöglichen, eine Schätzung abzugeben und diese umzusetzen?” Auch wir stehen täglich vor der Herausforderung, unsere Kunden richtig zu verstehen und die Essenz korrekt an unser Team weiterzureichen. Von daher waren die Ansätze und Fragestellungen aller Agenturen natürlich sehr interessiert und auch Netresearch Projektmanager Tobias Kämpfe legte unseren Umgang mit dieser stetigen Herausforderung dar. Im Rahmen dieses Talks wurden folgende wichtige Punkte immer wieder hervorgehoben:

  • Ein erfolgreiches Projekt ist stets eine gemeinsame Aufgabe von Kunde (Auftraggeber, Nutzer) und Agentur (Salesteam, Projektmanager, Entwickler)
  • (Richtige) Kommunikation ist Alles!
  • Anforderungen müssen im Detail geklärt werden, um die gegenseitige Erwartungshaltung sinnvoll managen zu können.
    • alle Stakeholder (Beteiligten) in einem Raum versammeln, um sämtliche Details Step-by-Step zu klären.
    • Die Intention des Kunden, das "Warum?" verstehen wollen und herausarbeiten.
    • Anforderungsdefinition ist Projektarbeit. Wenn nötig, über mehrere gemeinsame Workshops hinweg. Nur so können Agenturen und Entwickler zielgerichtet beraten und ggf. wirklich wertstiftende Lösungs-Vorschläge machen.
  • Ein Anforderungs-Katalog mit “Core-Funktionalitäten”, kann eine erste thematische Eingrenzungen liefern.
  • Auch das Entwickler-Team kann und sollte zwingend zu Lösungsfindung in direkter Kommunikation mit dem Kunden beitragen.
  • Es ist die Herausforderung für jeden PO, alle Stakeholder rechtzeitig zu unterrichten und jeden (Kunden sowie Team) zu befähigen, die Anforderungen gleichermaßen zu verstehen.
  • Für die Abwägung der Anforderungen sollte der jeweilige "Business Value" aufgezeigt werden können. In der gemeinsamen Definition mit dem Kunden sind die oft vielseitigen Wünsche zu bewerten, ob diese geschäftskritisch und somit notwendig, sinnvolle Ergänzungen oder ggf. auch obsolet für einen erfolgreichen Betrieb sind.

Allgemein scheint es in der Praxis schwer zu sein, den technischen Entwickler-Bereich und den nicht-technischen PO/Kunden-Bereich zu trennen und Zuständigkeiten abzustecken. Die allgemeine Auffassung bestand darin, dass es Aufgabe des PO ist, beide Seiten zusammenzubringen und die Wünsche des Kunden zu verstehen. Andererseits ist man sich aber durchaus bewusst, dass man auch als Entwickler mitdenken und sich in den Kunden hineinversetzen muss, um die passende technische Lösung zu finden. Vom Kunden selbst wird sich im Gegenzug natürlich auch eine technische Versiertheit gewünscht, die aber nicht immer vorhanden ist.

Auch wir haben diese Erfahrungen in unserer alltäglichen Arbeit mit Scrum, Kanban und weiteren agilen Methoden gemacht und versuchen stets an uns und unseren Methoden zu feilen. Viele der Ansätze nutzen wir bereits und werden evaluieren, welche Maßnahmen noch nützlich für uns und unsere Kunden sind.

Riptide

von/ mit Marco Köpcke (Tudock)

Marco zeigte uns sein Tool zum einfachen Aufsetzen und Verwalten von dockerisierten Umgebungen. Dabei werden über Yaml definierte Befehle ausgeführt, welche die lokal definierten Instanzen hochfahren können. Gleichzeitig hat man eine Übersichtsseite, welche Instanzen lokal vorliegen und welche Services darin definiert werden.

Weitere relevante Themen auf der MUC 2019

Natürlich wurde auch über das Ende des Supports für Magento 1 gesprochen. Der Handlungsbedarf wurde natürlich erkannt und unterschiedliche Maßnahmen diskutiert. Allgemein reagiert man hier aber ruhig und gefasst und rät, keinen übereilten Schnellschuss abzufeuern. “Zeit gewinnen” ist hier eine gern gewählte Option.

Ein weiteres oft diskutiertes Thema war das Headless Frontend als relevante und zukunftsfähige Technologie. Auch wir arbeiten seit einiger Zeit in ausgewählten Kundenprojekten damit und haben gute Erfahrungen damit machen können.

Auch außerhalb der technischen Präsentationen wurde an diesen zwei Tagen viel über die Prozesse und Möglichkeiten von Projekten und deren Teams besprochen. So erlebten wir Diskussionen über die Arbeit von Zuhause, dem Erfassen der Mitarbeiterzufriedenheit, wie Open-Source-Projekte ablaufen könnten oder welche Tools einer Firma zur Verfügung stehen, um Anforderungen und Wünsche bestmöglich umzusetzen.

Unser Schlusswort

Die MageUnConference war nun zum fünften Mal ein voller Erfolg. Wir haben viel erfahren, gelernt und genossen die erwartet unkonventionell organisierte Konferenz sehr. Man merkt, dass hier mit viel Herzblut, Engagement und Freude organisiert wird :) Ein großes Dankeschön daher an die Organisatoren des Firegento e.V. rund um Fabian Blechschmidt, Rico Neitzel, Tobias Klose, Carmen Bremen und Claudia Teubner, sowie ein großes Danke auch an alle Sponsoren und alle weiteren Helfer! Ihr macht dieses Event erst möglich. Es hat uns sehr gefreut auch dieses Jahr wieder als Sponsor mit Airhockey- und Tischkicker für etwas zusätzliche Ablenkung gesorgt zu haben.

Die Themen waren wie immer bunt gemischt und durch das Voting der Besucher auch wirklich interessant. Wir sind gespannt, wie sich Magento und dessen Community weiterentwickeln wird und hoffen, auch im nächsten Jahr wieder Teil der MageUnconference sein zu können. Gerne weiter so!

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